Teil - Auszüge aus den Manuskriptskizzen "WIGE - STORY"
(unvollständig Recherchearbeitsblätter ohne Korrektur)

Es handelt sich hierbei um das vorläufige noch nicht endgültige Ergebnis meiner journalistischen Recherchen und meine freie Meinungsäußerung, die lediglich meine persönliche Sichtweise und Auslegung der Ereignisse und Fakten enthält.

Möglicherweise sehen Dritte die Ereignisse auch völlig anders (...)

(...) Die letzte Aprilwoche 2009 war eigentlich viel zu warm und hatte es zudem in sich.

Die Real Hypo Estate stand kurz vor der Enteignung, Mercedes entging erst einmal nur knapp einem Ausstieg aus der Formel 1, die Schweinegrippe hielt in Deutschland Einzug und Dieter Bohlen agierte in gewohnter Manier weiter bei DSDS.

WIGE wartete anscheinend immer noch auf die anstehende Verlängerung des DTM-Vertrages. Vermutlich tut sich die ITR noch schwer, da sich anscheinend in der Krise keiner vertraglich festlegen will. Auch seitens der ARD konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen, ob man nach 2009 die Serie noch übertragen wird.

Vieles oder nahezu Alles hängt im Motorsport von Mercedes ab, wo der Betriebsrat aufgrund der Formel-1 Kosten das weitere F1-Motorsportengagement aufgrund der Kurzarbeit und Lohnkürzungen für moralisch fragwürdig hält.

Gespannt war man in Köln auf den 29.4.2009 und die Veröffentlichung der WIGE-Zahlen aus 2008. Im Vorfeld war bereits ein neuer Trend erkennbar geworden, auch wenn WIGE konsequent in den letzten 7 Monaten überhaupt keine Zahlen publiziert hatte. Von der früheren Publikationsfreudigkeit (eine AdHoc, auch wenn in China nur ein Sack Reis umfällt) war nichts mehr zu spüren. Die Folge davon ist eine wabernde Gerüchteküche.

Die einzigen Informationen wurden (ausser in der Kölner Medienszene) in einem Forum ausgetauscht und lösten heftige Aktivitäten der WIGE Medien-Fachanwälte aus. Mit einem falschen Strafantrag bei der Staatsanwaltschaft Köln wurde meine Identität bei wallstreet:online ermittelt und durch falsche Beschuldigungen wurde ich letztendlich zunächst einmal aus dem Forum verbannt und nahezu alle veröffentlichten Fakten gelöscht. (...)

Das Ermittlungsverfahren gegen mich wurde erwartungsgemäß eingestellt und jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen WIGE u.a. wegen des Verdachtes der Kursmanipulation und falscher Anschuldigung. Zu offensichtlich war die Anzeige konstruiert und sind die falschen kursbeeinflussenden AdHocs dokumentiert.

Überraschenderweise geben die Anwälte in der Anzeige zahlreiche mir bis dato unbekannte interne Details bekannt, die u.a. neue Einblicke in die Abwicklung der HD-Signs ermöglichen (...)

WIGE legte in den vergangenen Monaten weitere Technik still und entsorgte bewährte Urgesteine, die merkwürdigerweise alle eine deutlich bessere Position in anderen Unternehmen fanden. So ging u.a. nach und nach nahezu die gesamte Produktionsleitung incl. dem zuständigem Vorstandsmitglied.

Bereits
Stunden vor Veröffentlichung der Bilanz 2008 ging es im Internet dann wieder zur Sache. Die aus dem letzten Jahr bekannte Vernebelungsaktionen (besser Verwässerungstaktik) durch zusätzliche unbedeutende AdHocs erreichte diesmal mit 4 AdHocs eine neue Dimension.

WIGE AdHoc 28.4. 18:08
Geisheckers Vorstandsvertrag wird um zwei Jahre verlängert.
Welch eine Überraschung; der 71jährige Geishecker hatte sich schon bei Gründung der AG clever abgesichert und konnte überhaupt nicht ersetzt werden, selbst wenn alle Aktionäre es wünschen würden. Es war also kaum zu erwarten, dass der Aufsichtsrat mangels Bewerber sich anders entscheidet.

WIGE AdHoc 29.4. 17:27
Strategischer Investor erhält Aktienmehrheit an BIOGAS Nord

WIGE AdHoc 29.4. 20:05

Gegendarstellung der WIGE AG
"Es handelte sich bei der Fehlmeldung um ein technisches Problem, auf dass man keinen Einfluss hatte."

WIGE AdHoc 29.4. 20:48
WIGE veröffentlich die Jahresbilanz 2008

Durch die insgesamt 4 AdHoc Meldungen waren die Standardmedien anscheinend ziemlich durcheinander und druckten nur vereinzelt oder komplett die AdHocs ab.

(...) schon die diesmal (für WIGE) relativ kurze AdHoc zeigte deutlich die gewünschte Zielrichtung der Bilanz an.

"Das Geschäftsjahr 2008 stand klar im Fokus der Restrukturierung. Die Komplexitätsreduzierung innerhalb des Konzerns wurde beschleunigt fortgeführt. Dementsprechend wurde das Ergebnis durch einmalige Sondereffekte aus den laufenden Restrukturierungsprogrammen in Höhe von rund EUR 1 Mio. und risikoorientierten Abwertungen internationaler Forderungen in Höhe von über EUR 1 Mio. belastet. Unter Eliminierung dieser Sondereffekte fielen die bereinigten Ergebnisse wie folgt aus."

Dann folgen erst einmal die Zahlen der bereinigten Ergebnisse, die natürlich im Internet noch deutlich sichtbar in den kleineren Meldungsfenstern abgebildet werden, während die korrekten Zahlen dann im unteren Teil folgen und erst nach Scrollen oder Anklicken sichtbar sind.

Die Formulierungen sind wieder einmal geschickt gewählt, gehen aber auch diesmal an der Sache vorbei, können jedoch die Katastrophe kaum kaschieren.

Natürlich sieht eine Bilanz besser aus, wenn man entstehende Kosten ausblenden kann. Jeder kann bei Erstellen seiner privaten Kfz-Kosten auch die Benzinkosten eliminieren und diese einfach als Sondereffekte bezeichnen. Das würde dann etwa so aussehen: "Unter Eliminierung der Sondereffekte ergibt sich eine deutliche Reduzierung der Kfz-Kosten."

Die Kosten für Abfindungen, Auffanggesellschaften sind aber nun einmal keine Sondereffekte, sondern normale Buchungsposten einer Bilanz. Man stelle sich vor, die Banken bezeichnen die faulen Immobilienkredite als Sondereffekte und nehmen sie aus der Bilanz heraus.

Die "risikoorientierten Abwertungen internationaler Forderungen" passen natürlich auch in das Bild der aktuellen Wirtschaftslage, werden von Jedermann verstanden und sollen einen vorsorgenden Charakter demonstrieren.

In der Bilanz findet man dann auf Seite 22 zur Krönung noch weitere Details:

(...) sind maßgeblich durch die riskioorientierte Abwertung von internationalen Forderungen (1.0 Mio) beeinflusst. Unter Eliminierung dieser außerordentlichen Vorgänge, die der gesamtwirtschaftlichen Lage geschuldet werden (...)

Der Vorstand hat schnell eine Erklärung für die katastrophale Bilanz parat. Diesmal ist es "die gesamtwirtschaftliche Lage", die allerdings nicht das Geringste mit der "risikoorientierten Abwertung" zu tun hat. Allerdings ist die "risikoorientierte Abwertung" ein häufig in den Medien verwendeter Begriff der laufenden Finanzkrise. Darunter versteht man vereinfacht die bilanztechnische Abwertung oder Ausbuchung einer bestehenden Forderung, bei der das Risiko des völligen Unterganges besteht.

Nur kann hier nicht einmal ansatzweise davon die Rede sein. (...) Dazu später mehr (...)

Dabei musste doch die "internationale Rennserie" bereits 2007 für eine Meldung herhalten. (...)

So hatte man 2007 in der Bilanz unter Bilanzeid versichert:
"Evidente (evident = offensichtlich) externe Faktoren im vierten Quartal, die außerhalb des Einflussbereiches der WIGE MEDIA AG lagen, führten zu einem Ergebnis (Verlust) in Höhe von - 3,1 Millionen." Diese offensichtlichen externen Faktoren bestanden hauptsächlich im Wegfall der Umsätze aus einer Motorsportserie, der zu den Verlusten führte.

Sie werden es schon erahnen, diese Motorsportserie erweckte bereits 2007 mein Interesse und ich dokumentierte den falschen AdHoc mit allen Details bei wallstreet:online, was vermutlich die Aktivitäten der Anwälte auslöste und zu meiner Suspendierung in dem Forum führte.

Bereits 2007 hatte die WIGE am 19.11.07 diesen
falsche AdHoc mit Gewinnwarnung abgegeben und dieses u.a. mit der Absage einer Rennserie im Ausland begründet. Hierbei handelte sich offensichtlich um die Grand Prix Masters, die man als zusätzliche Umsatzgröße bereits angekündigt hatte. Eine andere ausländische Rennserie wurde von WIGE nie angegeben.

..................................

Betrachten wir die über die GP Masters zugänglichen Infos einmal im Detail

insgesamt 3 durchgeführte Rennen:

13.11.2005 Rennen in Kyalami

29.04.2006 Rennen in Losali, Qatar
13.08.2006 Rennen in Silverstone, Großbritanien

die für 2007 offiziell angesagten drei Rennen wurden komplett abgesagt und die Betreiberfirma der Serie
Grand Prix Masters Marketing Ltd. mit Beschluss vom 28.11.2007 aufgelöst.

2006 wurden der Bilanz nach von WIGE Umsatzerlöse durch diese Serie erzielt,(...) während 2007 überhaupt keine Veranstaltungen stattfanden und logischerweise auch kein Umsatz generierbar war.

Warum taucht dann aber die Rennserie in der Bilanz 2008 auf? Sollte es sich um die Umsätze aus 2006 handeln? Diese hätte man allerdings bereits 2007 nach Kenntnis des Insolvenzantrages ausbuchen müssen.

Bleibt offen, was die "gesamtwirtschaftliche Lage und risikoorientierte Abwertung" mit der Forderung zu tun hat. Liest sich aber gut und passt irgendwie in die heutige Zeit, geht aber leider völlig an der Realität vorbei.

Der Sachverhalt ist ziemlich deutlich nachvollziehbar und demonstriert leider einmal mehr, wie WIGE anscheinend mit den noch nicht fälligen "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" jongliert, sofern sie dann einer Überprüfung Stand halten..

Konkret beschreibt die Bilanz 2008
....................
"die gebildeten Wertberichtigungen betreffen im Wesentlichen die Forderungen gegenüber der Grand Prix Masters Marketing Ltd. in Höhe von TEuro 926. Da die Grand Prix Masters Marketing Ltd. nicht mehr aktiv am Markt aufgetreten ist, wurden die Forderungen zu 100% wertberichtigt."

Wieder nett umschrieben. Fakt ist, wie man den Gerichtsakten entnehmen kann, dass die Firma bereits Mitte 2007 insolvent war und letztendlich bereits am 28.11.2007 gelöscht wurde.

Jetzt war ich verwirrt, dabei sind die Fakten doch mit einfacher Recherche zu klären.

Die Rennserie war bereits Anfang 2007 komplett abgesagt worden, musste allerdings überraschenderweise Ende 2007 für eine notwendige WIGE - Gewinnwarnung herhalten.

Man hat also 2007 anscheinend keinen Umsatz gemacht; aber in 2008 schuldet man dann der
"gesamtwirtschaftlichen Lage", dass TEuro 926 dieses (laut AdHoc nicht gemachten) Umsatzes, pardon, dieser Forderung ausgebucht werden.

Allerdings hat der Königliche Gerichtshof
bereits mit Beschluss am 28.11.2007 die Betreiberfirma aufgelöst. In der WIGE-Bilanz heisst es dann so lapidar "ist nicht mehr aktiv am Markt aufgetreten." Das war allerdings auch schlecht möglich, weil anscheinend dem Beschluss bereits ein mehrmonatiger Rechtsstreit vorausgegangen ist.

Die WIGE stellt in der Bilanz klare Bewertungsgrundsätze gemäß IAS 27 auf:
"
Ein Wertminderungsbedarf besteht bei Vorliegen objektiver Hinweise, wie Zahlungsverzug über einen bestimmten Zeitraum, Einleitung von Zwangsmaßnahmen, drohender Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung, Beantragung oder Eröffnung eines Insolvenzverfahrens."

Demnach hätte nach meinem Verständnis die anscheinend noch (merkwürdigerweise) in den "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" auftauchende noch nicht fällige Forderung (oder war es eine zu erwartende Forderung?) vermutlich bereits zwingend spätestens in der Bilanz 2007 wertberichtigt werden müssen.

Verwundert es da, wenn die AdHoc vom 19.11.2007 in der Nachbetrachtung ziemlich merkwürdig aussieht und in einem anderem Licht erscheint. Man konnte natürlich schlecht in einer Gewinnwarnung für den Umsatzausfall dieselbe ausbuchen, bzw. wertmindern.

Es dürfte selbst für die WIGE sehr schwierig sein, etwas im Wert zu mindern, was gar keinen Wert darstellt.

Diese jetzt gegebene Systemtransparenz der "noch nicht fälligen Forderungen" ist erst durch die IFRS Regeln seit der Bilanz 2007 vorhanden, weil zusätzlich zum Gesamtposten die Fälligkeit der "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" angegeben werden müssen. Zieht man nunmehr von der Gesamtsumme die überfälligen Forderungen ab, verbleiben die noch nicht fälligen Forderungen. Diese Transparenz war in der Vergangenheit nicht gegeben und erlaubt jetzt tiefe Einblicke in die Möglichkeiten einer (sicherlich teilweisen völlig legalen) Bilanzgestaltung.

offene Forderungen

überfällige Forderungen

noch nicht fällig!

wertberichtigt kumuliert

2006

4.334

2.395

1.939

221

2007

5.241

2.751

2.490

425

2008

3.678

1.841

1.831

1.481

Dabei gilt der Bilanzgrundsatz:
Bilanzrechtlich ist die Gewinnrealisierung dann vorzunehmen, wenn das Unternehmen die vereinbarten Leistungen "im wesentlichen" erbracht hat.
Quelle: Schäfer: Grundsätze ordnungsgemäßer Bilanzierung für Forderungen, 2.Auflage, Düsseldorf 1977, S.20

Ich hatte über Jahre in einem Forum diese unter gewissen Umständen bei existierenden Forderungen sicherlich völlig legale Handhabung und die sich daraus ergebenen "bilanziellen Möglichkeiten" beschrieben. Denkwürdig nur, wenn man dann plötzlich den Eindruck gewinnt, dass es sich möglicherweise noch nicht einmal um eine überhaupt fakturierbare Leistung handelt. Man ist geneigt, dieses als "etwas dubios" zu bezeichnen. Die Rechnungen wurden vermutlich noch nicht einmal gestellt (da die zu erbringende Leistung durch die Absage der Veranstaltungen vermutlich nicht erbracht werden musste. Solche "Umsätze" wirken sich aber immerhin in der Bilanz äusserst "gewinnbringend" aus und andere "noch nicht fällige" Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben nach meiner persönlichen Recherche bereits in den letzten Jahren immer für "leichte Anpassungen" herhalten müssen.

Schwierig und intressant wird es vermutlich immer erst dann, wenn eine (vermutlich nie fällige oder überhaupt zu berechnende) Millionenforderung wertberichtigt werden muss, zumal doch gerade ein Jahr vorher in einer Bilanz vermutlich der Komplettausfall der Forderung als Grund für eine Gewinnwarnung herhalten musste.

Es bleibt ein fader Beigeschmack.


Auffällig sind auch diesmal in der Bilanz 2008 wieder die hohen noch nicht fälligen Forderungen. Es bleibt zu befürchten, dass sich hier noch einiger Diskussionsbedarf bzw. Korrekturbedarf verbirgt, der für Überraschungen in den nächsten Geschäftszahlen sorgen könnte.

Dabei hätte vermutlich die anscheinend noch (merkwürdigerweise) in den "Forderungen aus Lieferungen und Leistungen" auftauchende Forderung (oder war es eine zu erwartende Forderung?) spätestens 2007 (nach der Insolvenz der LtD) wertberichtigt werden müssen. Dieses hätte natürlich gravierende Auswirkung auf die Bilanz und vermutlich auch auf den Aktienkurs gehabt.

WIGE beschreibt doch stets gerne seine "Kontrollmechanismen"

"
So erfassen und bewerten wir Riskien quartalsweise durch die Geschäftsführung, spiegeln diese im Riskocontrolling sowie erörtern diese im Rahmen der Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen. Damit haben wir ein Überwachungssystem eingerichtet, welches die Erkennung, die Analyse (...) sicherstellt."

Jetzt wird es für den Rechercheur wieder schwierig. Hatte man den Aufsichtsrat eventuell nicht informiert? Hatte man in Erwartung des Umsatzes bereits eine Forderung erstellt, eingebucht und unter "noch nicht fällig" geführt? Sicherlich findet sich hier einiges dazu in den Sitzungsprotokollen der AR Sitzungen.

Der Vorstand gibt übrigens am Ende der Bilanz immer einen Bilanzeid ab:
(...) das gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild (...) vermittelt (...).


Nun wissen wir bereits aus verschiedenen Anlässen, dass WIGE die Wahrheit schnell etwas verkölscht, egal ob merkwürdige Angaben im Börsenprospekt, falsche AdHoc, ein sich fälschlicherweise als Firmengründer ausgebender Vorstandsvorsitzende ...

"et is noch immer jut gegange"

Startseite

Börsenprospekt

Verdrehung der Fakten

Verkauf der HD Signs