Am 29.8.2008 war es dann so weit: Die WIGE - AG präsentierte ihre Halbjahreszahlen zusammen mit einer "diskreten" Gewinnwarnung. Ich habe die Zahlen in eine Tabelle eingesetzt, die für mich einen interessanten Trend erkennen lässt. Alle Zahlen sind (zum heutigen Stand) vorläufig und erheben zum heutigen Zeitpunkt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der Darstellung oder Werte. Vorab die AdHoc.

Die Umsatzerlöse wurden erwartungsgemäß auf einem hohen Niveau gehalten, jedoch zeichnen sich meiner Meinung nach einige interessante Details ab.

Schon seit Jahren erscheint es mir, dass WIGE anscheinend völlig legal bei den Forderungen aus Lieferung und Leistungen geplante und begonnene Zukunftsprojekte nach "dem aktuellen Stand" bilanzieren kann. So kann z.B. nach meinem Verständnis (überspitzt ausgedrückt) ein Vertrag von 4 Mio. für eine Laufzeit von 4 Jahren im ersten Jahr mit 3 Mio. bilanziert werden, wenn 75 % der vertraglichen Leistung bereits im ersten Jahr erbracht werden. Dieses kann natürlich zu Verschiebungen in den Bilanzen führen. Man konnte dieses vermutlich in den letzten Jahren gut am Beispiel der WIGE-DATA verfolgen. Dadurch kann eine Bilanz völlig legal positiv "gestaltet werden". Diese Forderungen aus LuL Lieferung und Leistungen spielen in meinem Buch eine interessante Rolle.
So sind in der WIGE - Bilanz Seite 61 von 5.241 Mio Forderungen aus Lieferungen und Leistungen über 2 Mio. anscheinend überhaupt noch nicht fällig und 0,4 Mio. wurden bereits wertberichtigt !

Betrachten wir uns dazu die Halbjahreszahlen 2008 im Detail

In den Umsatzerlösen tauchen diese Forderungen aus Lieferung und Leistungen in Höhe von 7,8 Mio. und damit 39 % auf und haben sich damit gegenüber dem Vorjahresjahresergebnsi nahezu verdreifacht bzw. vervierfacht.
Von rund 20 Mio. Umsatz sind damit am Stichtag rund 8 Mio. = (39%) noch offene Forderungen. Üblich war bisher ein Wert zwischen 10und 13 % !

Der gesamte Material- und Dienstleistungsaufwand bewegt sich zwar summenmäßig auf einem vergleichbaren Vorjahrsniveau Jahresergebnis (Vergleich mit Bilanz 2007). Jedoch musste WIGE für einen vergleichbaren Umsatz weit mehr Leistungen einkaufen, bzw. Fremdanmieten: 63,54 % für Material- und Dienstleistungsaufwand. Üblich waren bisher zwischen 20 % - 25 %.

Ein möglicher Rückschluss könnte sein, dass WIGE die Leistungen in diesem Umfang aus den eigenen Resourcen nicht (mehr) leisten kann bzw. konnte. Damit schmilzt vermutlich und anscheinend die bisher geringe Marge dahin und die Gewinnwarnung von WIGE bestätigt eventuell genau diesen Trend.

Hinzu kommt, dass die Zahlungsmoral bei den Aussenständen deutlich schlechter geworden ist, wie sich deutlich aus den überfälligen Forderungen ergibt, die in der Bilanz 2007 mit 2.751 Mio von insgesamt 5.241 Mio angegeben werden. Für mich ist erschreckend, dass in den Zahlen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Millionenhöhe auftauchen, die vermutlich eventuell überhaupt noch nicht fällig sind. Bei den Verbindlichkeiten dagegen dürfte es sich vermutlich um bereits fakturierte Forderungen handeln.

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Impressum

Ad-hoc-Meldung nach § 15 WpHG vom 29. August 2008
WIGE MEDIA AG, ISIN: DE0006347701
• Umsatz im ersten Halbjahr 2008 mit knapp EUR 20 Mio. auf Vorjahresniveau
• EBIT vor Restrukturierungskosten um EUR 1,2 Mio. auf EUR 0,15 Mio. verbessert
• Cash-Flow der betrieblichen Tätigkeit um EUR 2,8 Mio. auf EUR 3,5 Mio. gestiegen

Köln, 29. August 2008: Die WIGE MEDIA AG (WKN: 634770) hat heute den Halbjahresbericht des Geschäftsjahres 2008 veröffentlicht. In einemintensiven und von Konsolidierungsdruck geprägten Wettbewerbsumfeld konnten
die Umsätze in den ersten 6 Monaten des laufenden Geschäftsjahres mit EUR 19,80 Mio.
im Vergleich zum ersten Halbjahr 2007 mit EUR 20,15 Mio. nahezu konstant gehalten werden. Ohne die Umsatzbeiträge aus der verkauften HD SIGNS GmbH (Vorjahr: EUR 1,85 Mio.) konnte die Gesellschaft die Umsätze von EUR 18,3 Mio. auf EUR 19,8 Mio. ausweiten. Erste Erfolge durch die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen und Schritte zur Neuausrichtung der Gesellschaft zeichneten sich auch in den Ergebniszahlen ab. So konnte das EBIT im ersten Halbjahr 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um EUR 0,62 Mio. von minus EUR 1,05 Mio. auf minus EUR 0,43 Mio. gesteigert werden. Das EBT wurde von minus EUR 1,42 Mio. um EUR 0,63 Mio. auf minus EUR 0,79 Mio.
Euro verbessert. Bereinigt um die einmaligen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von EUR 0,58 Mio. konnte das EBIT im ersten Halbjahr 2008 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um EUR 1,2 Mio. von minus EUR 1,05 Mio. auf EUR 0,15 Mio. gesteigert werden. Das EBT vor Restrukturierungsaufwendungen wurde von minus EUR 1,42 Mio. um EUR 1,2 Mio. auf minus EUR 0,21 Mio. Euro verbessert. Der Cash-Flow der betrieblichen Tätigkeit konnte im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008 von EUR 0,65 Mio. im vergleichbaren Vorjahreszeitraum auf EUR 3,5 Mio. gesteigert werden. Die Eigenkapitalquote betrug zum Stichtag des 30. Juni 2008 29,7 Prozent nach 32,2 Prozent am vergleichbaren Vorjahresstichtag.

Die von Rendite- und Entflechtungszielsetzungen geprägten Kostensenkungsmaßnahmen bezogen sich in den ersten sechs Monaten insbesondere auf die Personal- und Unternehmensstrukturen im Konzern. Speziell die Kosten für Transfergesellschaften im Personalbereich und für Finanzierungsoptimierungen sind als einmalig zu betrachten.

Die nüchtern Zahlen in der Tabelle für die ersten 6 Monate sprechen eine andere Sprache. Das Ergebnis ist wiederum negativ. Der Personalaufwand auf gleichem Niveau und der Material- und Dienstleistungsaufwand hat sich in den letzten Monaten auf hohem Niveau eingependelt.

Die auf dieser Seite beschriebenen Ereignisse stellen die Aufzeichnungen und die journalistische Meinung des Verfassers aufgrund seiner Recherchen und Erlebnisse dar. Die präsentierten Zahlen sind gerundet, den öffentlichen zugänglichen Werten entnommen, bzw. mangels Vorlage geschätzt und dienen nur zur Trendanalyse und vereinfachten Darstellung. Die Details befinden sich in der jeweiligen Bilanz. Alle Fakten sind als "Fakt" gekennzeichnet. Links auf den Seiten sind durch Unterstrich gekennzeichnet. "Gerüchte" werden als solche bezeichnet.